Dittelstedt 

zur Historie des Ortsteils von Erfurt 

  • im Jahr 900 erste urkundliche Erwähnung 
  • ab Mitte des 12. Jahrhunderts gehörte das katholisch geprägte Dittelstedt für mehere Jahrhunderte dem Erzstift Mainz und versorgte neben anderen sog. Küchendörfern die kurmainzische Verwaltung des Mainzer Hofs in Erfurt 
  • der Erwerb der Schankgerechtigkeit vom Erzbischof im Jahr 1463 sowie einige Sonderrechte des Dorfes (u.a. Befreiung von Marktzöllen) ermöglichte die günstige Herstellung von Bier und Wein, daraus ergab sich ein großer Zuspruch der Dittelstedter Schankstätten, sehr zum Leidwesen der Gastwirtschaften der umliegenden Erfurter Ratsdörfer 
  • um 1631 im Dreißigjährigen Krieg, Schenkung und Übergabe des Küchendorfes Dittelstedt durch den Schwedenkönig Gustav Adolf an die Stadt Erfurt 
  • mit dem Prager Frieden fiel Dittelstedt im Jahr 1635 wieder an den Mainzer Erzbischhof zurück, damit wurden katholische Bräuche und die Liturgie wieder eingeführt; ein besonderes Gefühl der Zusammengehörigkeit wurde gefördert und entstand, das Umland hingegen war überwiegend protestantisch geprägt 
  • im Jahr 1682 Einweihung der neu erbauten katholischen Kirche „Sankt Martin“ 
  • Einwanderungen unter anderem aus Tirol und Lüttich – eingeleitet durch die Mainzer Regierung – aufgrund eines Bevölkerungsrückgangs auf 36 Personen zum Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648 
  • im September 1757 schlägt König Friedrich der Große von Preußen für einige Tage sein Hauptquartier neben der Kirche in der alten katholischen Schule auf (eine Gedenktafel „Am alten Brunnen“ erinnert hieran) 
  • im Jahr 1802 Ende der Herrschaft der Mainzer und Eingliederung von Dittelstedt in die Stadt Erfurt zu Preußen, damit gingen sämtlich bisherige Sonderrechte des Dorfes verloren 
  • im Jahr 1808 Ende der Leibeigenschaft und Frondienste per Dekret durch Kaiser Napoléon Bonaparte 
  • mit der Niederlage Napoleons fiel Dittelstedt im Jahr 1813 wieder zurück an die Preußen 
  • im Jahr 1847 erhält Dittelstedt eine befestigte Straße („Chaussee“), welche nach Rudolstadt führt 
  • ab Mitte des 19. Jahrhunderts Aufschwung des Blumenkohlanbaus in Dittelstedt 
  • starke Zuwanderung in der Zeit der Industrialisierung durch Arbeiter in der Landwirtschaft sowie Handwerker, damit verbunden war eine Bebauung des oberen Teils der heutigen Rudolstädter Straße und des nördlichen Ortsteils (Anstieg der Bevölkerung auf 669 Einwohner im Jahr 1928) sowie eine zunehmend protestantisch geprägte konfessionelle Zugehörigkeit 
  • im Jahr 1901 Errichtung der evangelischen „Gustav Adolf-Kirche“ am Herrenberg auf Dittelstedter Boden 
  • 60 Männer des Dorfes fallen den kriegerischen Auseinandersetzungen des Zweiten Weltkrieges zum Opfer (eine Gedenktafel der Gefallenen der beiden Weltkriege angrenzend an die Kirchenmauer erinnert hieran) 
  • am 17. März 1945 werden bei einem Bombenangriff 71 Dittelstedter und 4 Fremdarbeiter getötet 
  • Mitte des Jahres 1950 Eingemeindung zur Stadt Erfurt 
  • im Jahr 1960 erfolgte eine Zwangskollektivierung aller bisher selbständigen Gärtner in Dittelstedt 
  • die friedliche Revolution von 1989 und anschließende Wiedervereinigung des geteilten Deutschlands führt zu einer Rückübertragung der zwangsenteigneten Ländereien und erhebliche gesellschaftliche Veränderungen 
  • Festtagswoche anlässlich des 1100jährigen Bestehens des Orts Dittelstedt im Jahr 2000  


Quellen: 
Neue Chronik des ehemaligen „Küchendorfes“ Dittelstedt von Dr. Frank Seyfarth
Wikipedia – Die freie Enzyklopädie

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